Welche Diagnose steht im Raum?

Bei lumbaler Radikulopathie können Schmerzen entlang eines Beins mit Sensibilitäts- oder Kraftveränderungen auftreten. Anamnese und neurologische Untersuchung entscheiden mit, ob der Lasègue-Befund zu einer Nervenwurzelreizung passt. [1] [4]

Wie wird der Lasègue-Test durchgeführt?

  1. Schritt 1

    In Rückenlage Ausgangsschmerz und neurologische Beschwerden erfragen.

  2. Schritt 2

    Das Knie gestreckt halten und das Bein langsam passiv anheben; Winkel und Symptomort dokumentieren.

  3. Schritt 3

    Bei ausgelöstem bekannten Beinschmerz die Reaktion durch eine vorsichtige strukturelle Differenzierung, etwa Änderung der Fußstellung, einordnen.

Die Beschreibung richtet sich an geschultes Fachpersonal. Untersuchungsvarianten und Symptomreaktion dokumentieren. [2]

Was bedeutet ein positiver Test?

Der vertraute, ins Bein ausstrahlende Schmerz ist aussagekräftiger als isoliertes Ziehen in der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Das Ergebnis zeigt keine konkrete Bandscheibenläsion an. [1] [2]

Wie belastbar ist die Aussage?

Eine systematische Übersichtsarbeit fand stark schwankende Sensitivität und Spezifität je nach Population und Referenzstandard. Eine spätere Metaanalyse zeigte bessere Untersucherübereinstimmung, wenn strukturelle Differenzierung Teil der Prüfung ist. Feste Prozentwerte aus einer einzelnen Studie sind daher nicht allgemein übertragbar. [1] [2]

Diagnostik und Behandlungsstandard

Für radikulären Schmerz gibt es keinen einzelnen klinischen Goldstandard. NICE empfiehlt zunächst Aufklärung, Aktivität und ein passendes Übungsangebot. Außerhalb spezialisierter Versorgung ist routinemäßige Bildgebung nicht empfohlen; in spezialisierter Versorgung kommt sie infrage, wenn das Ergebnis die Behandlung voraussichtlich ändert. Akute neurologische Warnzeichen haben Vorrang vor dem Test. [3] [4]

Kontraindikationen und Warnzeichen

Bei Rückenschmerz mit Beinausstrahlung und neu aufgetretenen Störungen der Blasen-, Darm- oder Sexualfunktion oder Taubheit im Dammbereich ist eine sofortige notfallmäßige Abklärung auf ein Cauda-equina-Syndrom erforderlich. Die Testprovokation darf diese Abklärung nicht verzögern. Auch zunehmende motorische Schwäche verlangt eine dringliche neurologische Abklärung; sie ist gesondert einzuordnen. [4]

Allgemeine Vorsichtsmaßnahme: Bei starker akuter Symptomatik keine forcierte Provokation.

Die genannten Hinweise sind keine validierte vollständige Liste testspezifischer Kontraindikationen. Die individuelle Entscheidung über Test und Behandlung erfordert Anamnese und Untersuchung. Dieser Fachartikel ersetzt keine persönliche Diagnostik.

Weitere klinische Tests

Vergleiche den Befund mit Slump-Test. Die Ergebnisse ergänzen sich, ersetzen aber keine klinische Gesamtschau.